
Was begeistert dich besonders an der Open-Source-Bewegung?
Die Community. Wildfremde Menschen kommen zusammen, um gemeinsam etwas zu schaffen. Sie entwickeln Lösungen für ihre Probleme, ganz ohne Hintergedanken und ohne monetäre Gründe. Das finde ich mega.
Woher kommt dein Interesse für Open Source?
Ich habe mit 14 Jahren meine erste Linux-Distribution installiert. Ich war von den Möglichkeiten des Customizings und der „Unter-der-Haube-Sicht“ sofort fasziniert. Der „Unix way of doing things“ – also das Konzept, dass ein Tool nur eine Sache kann, aber die richtig, ging mir sofort rein. Hier sehe ich heute auch viele Parallelen zu der Platform-Engineering-Bewegung. Das ist mein Lieblingsthema in der Open-Source-Bewegung.
Inwiefern unterstützt dich GISA dabei, diese Leidenschaft auch beruflich auszuleben?
Ich bin als fachliche Leitung eines Platform Engineering Teams bei GISA jeden Tag mit Open Source konfrontiert. Zu unseren Aufgaben gehört es, neue Plattformen zu designen und aufzubauen. Mit Plattformen meinen wir (Self-Service-)Systeme, die aus einzelnen Lösungen, Schnittstellen und Automatismen bestehen. Dazu gehören KI-Plattformen, Business-Intelligence-Plattformen oder auch „Meta-Plattformen“ wie Kubernetes. Alle diese Plattformen bestehen beinahe zu 100% aus Open-Source-Lösungen.
GISA macht Karriere – mach mit!
Für Berufserfahrene, Quereinsteiger, Berufsanfänger und Studierende.
Und woran arbeitet ihr zurzeit konkret?
An sehr viel! Aber besonders interessant finde ich gerade die Entwicklungen in unserem Managed-Kubernetes-Produkt. Hier arbeiten wir aktuell eng mit dem GISA KI-Team am Ausbau und Erweiterung der souveränen GISA-KI-Plattform, welche auf der Managed-Kubernetes-Referenzarchitektur basiert. (Hier geht es zu Giuseppes Blogartikel über Kubernetes als Schlüsseltechnologie für digitale Souveränität im öffentlichen Sektor.)
Die KI-Plattform bildet die Grundlage für den Betrieb der hauseigenen KI-Anwendung aus der GISA AI Family im Kubernetes. Diese umfasst den Chatbot „AI Talk“, den Transkriptions- und Protokolldienst „AI Log“ und die „AI Agents“.
Welche Bereiche bei GISA profitieren besonders von Open Source?
Alle! Open Source kann in so vielen verschiedenen Bereichen Nutzen bringen: von der Infrastrukturebene, z. B. in der Automatisierung oder Security, bis zu spezifischen Themen wie Business Intelligence, Smart Utilities oder Collaboration Tools. Und sollte eine Lösung mal nicht zu 100% passen, kann man sie erweitern. Mit dem Feature löst man nicht nur das eigene Problem, sondern auch das vieler anderer, die die Software nutzen.
Was gefällt dir an deinem Beruf am meisten?
Platform Engineering ist sehr eng mit der Open-Source-Community verzahnt: Ständig erscheinen neue Lösungen, die z. B. neue Features bringen oder bisher ungelöste Probleme beheben. Sie zu begutachten, auf Verwendbarkeit zu prüfen und in eine Architektur einzubauen ist für mich wie Puzzeln: Bausteine, die für sich allein einen sehr bestimmten Scope haben, zu einer kohärenten Plattform zusammensetzen.
Inwiefern konntest du dich bei GISA fachlich und persönlich weiterentwickeln?
Im Rahmen meiner Entwicklung zum Technical Lead. Vorher war ich operativer tätig und näher an der Infrastruktur. Vorher war mein Blick mehr auf eine Plattform, Kubernetes, und alles was darauf läuft gerichtet. Jetzt denke ich eher über die Strategie und Vision aller Plattformen nach, z. B. wie wir Open Source noch effektiver in unseren Produkten und Referenzarchitekturen nutzen können. Oder was wir an die Open-Source-Community zurückgeben können.
Was geben wir zum Beispiel zurück?
GISA-Mitarbeitende können z. B. an Open-Source-Projekten mitarbeiten und selbst unter GISA-OSS eigene Open-Source-Software veröffentlichen.GISA ist zudem Sponsor für Open-Source-Veranstaltungen wie den Chemnitzer Linux-Tagen und aktuell auch dabei, Mitglied der Linux Foundation und der Cloud Native Computing Foundation (CNCF) zu werden. Das gibt mir insgesamt die Möglichkeit, meiner Leidenschaft und Überzeugung von Open Source wirklich Ausdruck verleihen zu können.