„Die Zukunft der IT findet weltweit statt“

Ob Agrarwirtschaft oder Pflege: Tegshigzugder Otgonbayar antwortet mit innovativen Use Cases auf aktuelle Fragen der Forschung.

Tegshigzugder, du wurdest in der Mongolei geboren. Dort befinden sich einige der weltbesten Unis für Informatik ja fast um die Ecke. Wieso du dich dennoch für ein Studium in Halle (Saale) entschieden?

Meine Mutter ist als Wissenschaftlerin international tätig. Deshalb sind wir schon während meiner Schulzeit häufig umgezogen – und haben auch zwei Jahre in Halle gelebt. Immer, wenn ich meine Mutter am Weinberg-Campus der MLU besucht habe, wusste ich: Hier will ich später mal studieren!

Inwiefern spielt der internationale Austausch heute eine Rolle für dich?

Ich lerne gerne andere Kulturen kennen, spreche sechs verschiedene Sprachen, engagiere mich neben dem Studium für das International Office der MLU und habe selbst am ERASMUS-Programm teilgenommen. Der Austausch ist hilfreich für eine berufliche Zukunft in der IT, denn die findet weltweit statt.

Wo siehst du die Zukunft der IT?

Die IT entwickelt sich so erstaunlich schnell weiter. IoT und Cloud Computing werden immer stärker in vielfältigsten Bereichen eingesetzt, da sehe ich die Zukunft.

Welche IoT-Projekte hast du bereits umgesetzt?

Ich habe im Rahmen meiner Bachelorarbeit für einen Roboter am SkillsLab im Dorothea-Erxleben-Lernzentrum in Halle eine »Folge-Mir«-Funktion entwickelt. Unter Berücksichtigung von Barrieren folgt er einer bestimmten Person und erkennt sie wieder, wenn sie aus dem Sichtfeld gelangt.



Wo kann deine Entwicklung eingesetzt werden?

Sie ist vor allem im medizinischen Sektor hilfreich, etwa zur Unterstützung von Pflegekräften. IT in der Pflege gewinnt immer stärker an Relevanz. Deshalb habe ich das Projekt auch Studierenden der Evidenzbasierten Pflege an der Uni Halle vorgestellt – und wurde am SkillsLab als HiWi beschäftigt.

Welche Erfahrungen konntest du durch ERASMUS sammeln?

Ich war an der Universität Málaga. Das Studium ist dort sehr praktisch orientiert. Ein Use-Case hat mich besonders fasziniert: Wassersprenkler mit IoT-Sensoren zur Messung von Temperaturen, Sonnenlichtaufnahme und Distanzveränderungen für einen effizienten Wassereinsatz in der Agrarwirtschaft. Dafür habe ich eine App entwickelt, die Informationen der Sensorik in die programmierte Automatik integriert.

Woran arbeitest du aktuell?

Mittlerweile habe ich mich auf Datenstrukturen und effiziente Algorithmen spezialisiert. Nächstes Semester beginne ich mit meiner Masterarbeit und werde sie auch in diesem Bereich schreiben.

Welche Ziele hast du für die Zeit nach dem Studium?

Ich möchte Forschung und praktische Anwendungen kombinieren. Mich interessiert dabei nach wie vor alles rundum IoT, Smart Home, Smart City und Cloud Computing. Deshalb finde ich auch das Arbeitsumfeld bei GISA besonders spannend! Ich bin aber für alles offen und begeisterungsfähig. Durch das Deutschlandstipendium habe ich auf jeden Fall mehr Selbstbewusstsein gewonnen und bin überzeugt, dass ich auf dem richtigen Weg bin.


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