
Künstliche Intelligenz ist weit mehr als Chatbots und Textgeneratoren. Für Oliver Fischer gehört sie zum Arbeitsalltag, und zwar dort, wo Datenschutz, kritische Infrastrukturen und komplexe Unternehmensprozesse aufeinandertreffen. Als KI-Berater bei GISA begleitet er Kunden auf ihrem Weg durch den KI-Dschungel: von der ersten Idee bis zur sicheren Umsetzung. Im Interview erzählt er, warum ein Physikstudium der perfekte Einstieg in die KI-Welt sein kann, weshalb erfolgreiche KI-Projekte vor allem Teamarbeit sind und warum Disziplin für ihn sowohl im Berufsalltag als auch auf der Bodybuilding-Bühne den Unterschied macht.
Oliver, wenn dich auf einer Familienfeier jemand fragt: „Und, was machst du eigentlich bei GISA?“ – was antwortest du?
Ich sage meistens, dass ich Unternehmen rund um das Thema Künstliche Intelligenz berate. Das Technische dahinter versteht nur ein kleiner Teil meiner Familie. Deshalb erkläre ich eher, dass wir gemeinsam mit unseren Kunden überlegen, wie sie KI sinnvoll einsetzen können und wie wir das anschließend technisch umsetzen.
Und wenn doch jemand genauer nachfragt?
Dann wird es etwas technischer (lacht). Mein Schwerpunkt liegt auf der strategischen Einführung von KI. Das heißt: Wir beraten Unternehmen zu Themen wie Compliance, regulatorischen Anforderungen und der Entwicklung sinnvoller Use Cases. Viele möchten möglichst schnell mit KI starten, haben aber noch kein stabiles Fundament geschaffen. Genau das bauen wir gemeinsam auf – damit aus einer guten Idee später auch eine nachhaltige Lösung wird.
Dein Weg in die KI war alles andere als klassisch. Wie bist du dazu gekommen?
Eigentlich komme ich aus der Physik. Nach meinem Studium habe ich einen Professor kennengelernt, der im Bereich Machine Learning und Deep Learning geforscht hat. Gemeinsam haben wir Lehrmaterialien entwickelt und später an Projekten mit der Charité in Berlin gearbeitet, bei denen KI-Modelle auf medizinischen Daten trainiert wurden.
Diese vier Jahre haben mich fachlich komplett in die KI-Welt gebracht. Als die Projekte beendet waren, hat mich ein Bekannter auf die GISA aufmerksam gemacht. Das Thema KI steckte hier gerade in den Anfängen. Ich habe mich initiativ beworben und bin 2024 eingestiegen mit dem Ziel, den Bereich von Anfang an mit aufzubauen.
Wie sieht ein klassischer Tag bei GISA für dich aus?
Ein großer Teil besteht tatsächlich darin, ständig Neues zu lernen. KI entwickelt sich unglaublich schnell. Deshalb beschäftigen wir uns nicht nur mit Technologien, sondern auch mit rechtlichen Rahmenbedingungen, Datenschutz, Unternehmensstrategie und Projektmanagement.
Wenn wir einen Kunden begleiten, schauen wir zunächst: Wo steht das Unternehmen heute? Wie digital sind die Prozesse bereits? Welche gesetzlichen Vorgaben gelten? Wie offen sind die Mitarbeitenden gegenüber neuen Technologien? Erst wenn dieses Fundament steht, entwickeln wir gemeinsam konkrete Anwendungsfälle – von ersten Automatisierungen bis hin zu komplexeren KI-Lösungen.
Viele stellen sich KI-Projekte rein technisch vor. Ist das wirklich so?
Überhaupt nicht. Eigentlich ist KI-Einführung genauso viel Organisations- wie Technologieprojekt. Bei einem Kunden sitzen oft Datenschutz, Informationssicherheit, Betriebsrat, Management und Fachbereiche gemeinsam am Tisch. Alle haben unterschiedliche Perspektiven und Anforderungen. Man könnte sagen: Ein großer Teil meiner Arbeit besteht darin, alle Beteiligten mitzunehmen. Wenn eine dieser Gruppen fehlt, wird ein KI-Projekt später meistens unnötig kompliziert.
Warum ist das Thema für viele Unternehmen aktuell so herausfordernd?
Weil sich die Technologie schneller entwickelt als die Regulatorik. Es entstehen ständig neue Möglichkeiten, gleichzeitig müssen Unternehmen Datenschutz, den AI Act und viele weitere gesetzliche Anforderungen berücksichtigen. Gerade unsere Kunden aus kritischen Infrastrukturen oder dem öffentlichen Sektor bewegen sich in einem sehr sensiblen Umfeld.
Viele fragen sich deshalb: Welche KI dürfen wir überhaupt einsetzen? Wo werden unsere Daten verarbeitet? Wie schaffen wir einen sicheren und rechtskonformen Einsatz? Genau dabei unterstützen wir.
Welche Eigenschaften sollte jemand mitbringen, der in deinem Bereich arbeiten möchte?
Neugier ist wahrscheinlich die wichtigste Eigenschaft. Man muss bereit sein, ständig Neues zu lernen und komplexe Zusammenhänge zu verstehen. KI-Beratung bewegt sich zwischen Technologie, Strategie, Recht und Prozessen. Deshalb hilft es, analytisch zu denken und verschiedene Perspektiven zusammenzubringen. Mein Physikstudium hat mir genau diese Denkweise vermittelt.
Ein wichtiger Bestandteil eurer Arbeit ist die GISA AI Family. Was verbirgt sich dahinter?
Die GISA AI Family bündelt unsere KI-Lösungen. Dazu gehören unter anderem unsere eigene KI-Plattform, der GISA AI Talk als Chatlösung, der Transkriptionsdienst GISA AI Log sowie individuell entwickelte KI-Agenten. Das Besondere dabei ist, dass wir diese Lösungen in einer souveränen Infrastruktur betreiben. Gerade für Kunden mit hohen Anforderungen an Datenschutz und Informationssicherheit ist das ein entscheidender Vorteil.
Wo siehst du die Entwicklung von KI in den nächsten Jahren?
Ich glaube, dass KI Schritt für Schritt selbstverständlicher Bestandteil des Arbeitsalltags wird. Nicht, weil sie Menschen ersetzt, sondern weil sie sie unterstützt. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels liegt darin enormes Potenzial. Wer repetitive Aufgaben automatisieren kann, gewinnt Zeit für die wirklich wichtigen Themen. Gleichzeitig wird auch die Nachfrage nach sicheren und souveränen Lösungen weiter steigen – insbesondere im öffentlichen Sektor.
Wechseln wir vom KI-Dschungel ins Fitnessstudio: Nach Feierabend tauscht du den Laptop gegen die Hantelbank. Warum?
Weil das für mich der perfekte Ausgleich ist. Ich sitze den ganzen Tag vor dem Rechner und beschäftige mich mit komplexen Themen. Beim Kraftsport kann ich komplett abschalten. Inzwischen nehme ich sogar an Bodybuilding-Wettkämpfen teil – das ist natürlich noch einmal eine ganz andere Herausforderung.
Was motiviert dich dabei?
Ich mag Herausforderungen. Ob Physikstudium, KI oder Bodybuilding – mich reizen Themen, in die man tief eintauchen kann. Und ja, natürlich spielt auch die Optik eine Rolle. Aber vor allem motiviert mich das Gefühl, konsequent auf ein Ziel hinzuarbeiten und die Entwicklung zu sehen.
Zum Abschluss: Warum arbeitest du gerne bei GISA?
Weil wir ein Team haben, das für das Thema brennt. Wir diskutieren offen, bringen unterschiedliche Meinungen zusammen und entwickeln gemeinsam Lösungen. Jeder kann Ideen einbringen und Verantwortung übernehmen. Gerade in einem Zukunftsthema wie KI ist das unglaublich wertvoll.
Und dein Job in drei Worten?
Spannend. Herausfordernd. Unvorhersehbar.
Jetzt unsere Jobs entdecken
Für Berufserfahrene, Berufseinsteigende, Duales Studium & Ausbildung und Studierende.